Portraitfoto, Zeitung, Sonnenbrille, Sonne

Portrait // Menschen

Ein Portrait ist das Bild einer einzelnen Person, der Fokus ist meistens auf dem Gesicht. Als Fotograf möchte ich tiefer gehen und hinter die Fassade schauen. Wer steht da eigentlich vor mir? Wie kann ich den Charakter, das Wesen dieses Menschen in einer kurzen Momentaufnahme festhalten? Die folgenden Bilder erzählen Geschichten, die ich gerne mit dir teile:

Ein strahlendes Lächeln

Max ist Fluss-Wellenreiter und hat aus seiner Leidenschaft eine Lebensaufgabe gemacht. Auf Flüssen entstehen bei guten Bedingungen manchmal natürliche stehende Wellen auf denen man surfen kann. Eine solche gibt es auf der Traun bei Bad Ischl. Max surft sofort auf dem Fluss wenn es die Wasserstände erlauben. Zu wenig Wasser heißt aber auch: keine Welle. Seit 10 Jahren hat er deshalb den Traum eine Welle zu bauen, die immer läuft. Im Mai 2020 ist das Projekt in seinem Heimatort nach 9 Monaten Bauzeit fertig. ( >>> Webseite 'The River Wave' )
Das Foto ist in Bad Ischl entstanden, nach einem Run auf der Flusswelle. So sieht das strahlende Lächeln eines Menschen aus, der für seine Sache brennt.

Funkeln in den Augen

Claudia ist meine Cousine. Was wir in unserer Kindheit rund um den Bauernhof unserer Großeltern erlebt haben, hat uns damals schon zu besten Freunden gemacht. Gemeinsam Baumhäuser bauen, als Krampus verkleiden, 'Dreadlocks' flechten, Tiefschneefahren und viel Blödsinn machen, das schweißt für ein Leben lang zusammen.
Sie ist professionelle Biologin und nebenbei auch begeisterte Fotografin. Manchmal assistieren wir uns gegenseitig bei Foto-Shootings. Blindes Verständnis und eine herzliche Atmosphäre inklusive.
Sie steht selber gar nicht gerne vor der Kamera, aber dieses Funkeln in den Augen soll die Welt sehen!

Natürliche Umgebung

Der junge Mann kommt aus Кочкор in Kirgistan. Ich habe ihn 2013 auf meiner Reise durch das zentralasiatische Land getroffen. Das halbe Jahr lebt er mit seinen Eltern auf ca. 2000 Metern Seehöhe in einer Jurte, umgeben von hunderten Schafen, ein paar Hunden und Pferden - und sonst weit und breit nichts. Wanderer kamen nur alle paar Wochen mal vorbei, Kinder noch seltener. Er war begeistert, als ich mit 2 Freunden nach einem langen Ritt durch die Einöde auf dem Plateau ankamen. Endlich hatte er wieder Spielkameraden gefunden. Verständigen konnten wir uns nicht, aber Fangenspielen funktioniert in jeder Sprache.

Fotos sind immer nur eine kurze Momentaufnahme - in diesem Portrait steckt für mich aber eine spannende Geschichte voller Freude, Entbehrung und Naturverbundenheit. Mein Ziel bei Portraits: ein authentisches Bild von Menschen in Ihrer natürlichen Umgebung.

Gegenseitiges Vertrauen

Maiko kommt aus Osaka, Japan. Wir haben uns 2004 in Stockholm kennengelernt. Damals habe ich ein Erasmus-Auslandsstudium in Schweden gemacht. Mit Maiko bin ich in Kontakt geblieben und habe sie 2015 in Japan besucht. Ein faszinierendes Land mit toller Natur, fantastischer Küche, rührender Gastfreundschaft und herzlichen Menschen.
Ich habe u.a. fünf Tage bei Maikos Eltern gewohnt und Einblicke in Alltag und Kultur bekommen die man als gewöhnlicher Tourist sonst nicht zu sehen bekommt. Vielen Dank für diese außergewöhnliche Erfahrung! Das Bild ist im Frühjahr 2015 bei der gemeinsamen Ernte von jungen Teeblättern nahe Kyoto entstanden. Für mich ein wunderschönes Portrait-Foto geprägt von gegenseitigem Vertrauen und tiefem Respekt.

Schwarz-Weiß Portrait

Ich mag Portraits in schwarz und weiß - sie beschränken sich auf das Wesentliche. Licht und Schatten bestimmen das Bild, eine besondere Ästhetik mit Fokus auf die Kontraste. Das Motiv wirkt sofort zeitlos, elegant, ikonisch.

Hier zu sehen ist Nick, ein Freund aus England mit dem ich 2013 durch Kirgistan gereist bin. Wir waren auf Berg-Tour, im Hintergrund sieht man die Ausläufer des Tian Shan Gebirges, mehr als 7000 Meter über dem Meeresspiegel. So hoch waren wir nicht, aber man sieht Nick auch ein bisschen Erschöpfung an. Vor allem sieht man aber die Freude, dass wir an dem Tag den höchsten Punkt unserer Etappe erreicht hatten.